Google Unternehmensprofil gesperrt: Was jetzt hilft

Profil weg, Gäste finden dich nicht mehr: die häufigsten Sperrgründe in der Gastronomie, der Einspruch Schritt für Schritt und der teuerste Fehler dabei

Am Dienstag ist das Profil noch da, am Mittwoch nicht mehr. Keine Karte, kein Eintrag in der Suche, keine Bewertungen. Das Telefon bleibt still, und am Abend fehlen die Laufkundschaft und zwei Reservierungen, die sonst kommen.

Der erste Reflex ist fast immer, schnell ein neues Profil anzulegen. Genau das ist der teuerste Fehler, und er verlängert die Sperre eher, als dass er sie löst.

Was eine Sperrung praktisch bedeutet

Google sperrt oder deaktiviert Profile, die gegen die Richtlinien für die Präsentation von Unternehmen verstoßen. Sichtbar ist das Profil dann nicht mehr, weder in der Suche noch in Maps.

Die gute Nachricht vorweg: die Bewertungen hängen am Profil, nicht an der Sichtbarkeit. Nach einer erfolgreichen Wiederherstellung erscheinen sie üblicherweise wieder. Wer stattdessen ein zweites Profil aufbaut, fängt bei null an, und zwar dauerhaft.

Die häufigsten Auslöser in der Gastronomie

Zusätze im Unternehmensnamen

Der häufigste Fall, weil er so harmlos wirkt. Google verlangt, das Unternehmen so zu präsentieren, wie es auch außerhalb des Internets auftritt, auf Schildern, Briefpapier und Marketingmaterial.

Nicht zulässig sind Marketingslogans, Wörter komplett in Großbuchstaben, Öffnungszeiten, Telefonnummern oder Website-Adressen im Namen. Aus “Gasthaus Lindenhof, bestes Schnitzel der Stadt” wird damit “Gasthaus Lindenhof”. Auch rechtliche Zusätze wie GmbH brauchen einen Nachweis, etwa über Schilder, Visitenkarten oder Rechnungen.

Adresse ohne dauerhafte Präsenz

Google verlangt ein Profil für den tatsächlichen Standort, keine Postfächer oder Briefkästen an unternehmensfremden Adressen. Für ein virtuelles Büro, also eine gemietete Postanschrift ohne tatsächlichen Standort, kann kein Profil erstellt werden.

Konkret gefordert ist eine ganzjährige feste Beschilderung mit dem Namen des Unternehmens an der angegebenen Adresse. Für Foodtrucks, Pop-ups und Küchen ohne Gastraum ist das der kritische Punkt.

Zu viele oder unpassende Kategorien

Google empfiehlt, so wenige Kategorien wie möglich zu wählen, und nennt dafür eine brauchbare Faustregel: Die Kategorie muss beschreiben, was das Unternehmen ist, nicht was es hat. Ein Restaurant mit Terrasse ist kein “Biergarten”, nur weil draußen Tische stehen. Wie du die richtige Haupt- und Nebenkategorie wählst, steht im Artikel zur Google-Business-Kategorie fürs Restaurant.

Auffälligkeiten bei Bewertungen

Gekaufte Bewertungen sind der offensichtliche Fall, siehe dazu die Risiken gekaufter Google-Bewertungen. Es geht aber auch subtiler: Anreize, Vorauswahl nach Zufriedenheit oder Zielvorgaben ans Team sind ebenfalls Verstöße. Was beim Sammeln erlaubt ist und was nicht, steht im Artikel dazu, was beim Einholen von Google-Bewertungen zulässig ist.

(Quellen: Google: Richtlinien für die Präsentation Ihres Unternehmens und Google: Gesperrtes Unternehmensprofil wiederherstellen)

Der Einspruch Schritt für Schritt

Erstens: Ursache suchen, bevor du etwas einreichst. Geh Name, Adresse, Kategorien und die letzten Änderungen durch. Ein Einspruch ohne behobene Ursache führt zur nächsten Ablehnung.

Zweitens: Nachweise vorher sammeln. Google nennt offizielle Gewerbeanmeldung, Gewerbeerlaubnis, Steuerbescheinigungen und Rechnungen von Versorgungsunternehmen. Im Einspruchstool steht dafür nur ein knappes Zeitfenster zur Verfügung, in der Hilfe ist von etwa 60 Minuten die Rede. Wer erst dann anfängt, Unterlagen zu suchen, fängt von vorne an.

Für ein Restaurant sind zusätzlich hilfreich: Fotos der Außenbeschilderung mit Hausnummer, ein Foto des Eingangs, die Gewerbeberechtigung und eine aktuelle Betriebskostenrechnung auf dieselbe Adresse.

Drittens: einreichen und warten. Die Entscheidung kommt per E-Mail. Bei Ablehnung lässt sich eine erneute Überprüfung mit zusätzlichen Nachweisen beantragen.

Die drei Fehler, die es schlimmer machen

FehlerWarum er schadet
Neues Profil anlegenGoogle rät ausdrücklich davon ab. Das Duplikat verkompliziert die Prüfung und die Bewertungen bleiben am alten Profil
Während des Verfahrens weiter ändernJede Änderung verändert den Prüfgegenstand und verlängert den Vorgang
Unvollständig einreichenJede Ablehnung kostet Tage, in denen das Profil unsichtbar bleibt

Vorbeugen ist deutlich billiger

Die meisten Sperren entstehen nicht aus Absicht, sondern aus Kleinigkeiten, die sich über Monate einschleichen.

  • Name exakt wie am Schild, ohne Zusatz, ohne Slogan, ohne Ort, wenn er nicht Teil des Namens ist
  • Adressdaten identisch zu Website und Verzeichnissen, dazu der Artikel zur NAP-Konsistenz
  • Kategorien schlank halten und nur ändern, wenn sich das Angebot wirklich ändert
  • Größere Änderungen nicht am selben Tag bündeln, sondern nacheinander
  • Verifizierung aktuell halten, was das praktisch heißt, steht im Artikel zur Video-Verifizierung

Fazit

Eine Sperre ist unangenehm, aber in den meisten Fällen reparabel, solange du nicht in Panik ein zweites Profil anlegst. Ursache finden, Nachweise sammeln, einmal sauber einreichen, das ist der kürzeste Weg zurück in die Sichtbarkeit. Wer Profil und Bewertungen laufend gepflegt hält, kommt in diese Lage meist gar nicht erst. Genau diese Routine übernimmt SupaPresence für Restaurants. Jetzt kostenlos an der Pilotphase teilnehmen.

Häufige Fragen

Warum wurde mein Google Unternehmensprofil gesperrt?

Google sperrt Profile bei Richtlinienverstößen. In der Gastronomie sind die häufigsten Auslöser Zusätze im Unternehmensnamen, eine Adresse ohne dauerhafte Beschilderung vor Ort, zu viele oder unpassende Kategorien und auffälliges Verhalten beim Sammeln von Bewertungen.

Sind meine Bewertungen nach einer Sperrung verloren?

In der Regel nicht. Das Profil ist während der Sperrung nicht mehr öffentlich sichtbar, die Bewertungen hängen aber am Profil und erscheinen nach einer erfolgreichen Wiederherstellung üblicherweise wieder.

Darf ich während des Einspruchs ein neues Profil anlegen?

Nein. Google weist ausdrücklich darauf hin, während eines laufenden Einspruchs kein neues Profil für dasselbe Unternehmen zu erstellen. Ein Duplikat erschwert die Wiederherstellung zusätzlich.

Welche Nachweise brauche ich für den Einspruch?

Google nennt offizielle Gewerbeanmeldung, Gewerbeerlaubnis, Steuerbescheinigungen und Rechnungen von Versorgungsunternehmen. Sammle sie vorher ein, im Einspruchstool steht dafür nur ein knappes Zeitfenster zur Verfügung.

Wie lange dauert die Wiederherstellung?

Google nennt keine feste Frist und teilt die Entscheidung per E-Mail mit. Wird der Einspruch abgelehnt, lässt sich eine erneute Überprüfung mit zusätzlichen Nachweisen beantragen.